Sunday, 19 April 2015

Natürlich, London!

Es war mal wieder Zeit für den mindestens alljährlichen Besuch in London, 9 Tage eintauchen in das andere Leben. Die Anreise war surreal: Fluglotsenstreik, Abflug München Mitternacht, Ankunft Luton Airport irgendwann nachts - aber es fuhr ein Zug, er hielt sogar in Kentish Town (also in meinem "Gäu") und ich wusste die Minicabnummber immer noch auswending: 72726666! Schlüssel unterm Blumentopf, im Bett um halb 4, Brunch mit Geraldine (ein Stockwerk tiefer) um 11 Uhr morgens. Alles gut.
Stressig? na klar! Spass gehabt? Und wie. Gut gegessen? Aber immer. Am Meer, bezw. "Meer", waren wir auch, der Engländer mit seiner Inselbewohnerfamilie, ich mit Debbie wie immer in Whitstable. Überall wuseln die Enkelkinder, die Stadt wird immer größenwahnsinniger (Luxuswohnungen im Archway Tower...), die Parks glänzten grün in der Sonne, und in den Gärten blühten die Blumen. Einen kleinen Einblick in die Food Truck-Szene bekam ich an der South Bank, wo sich hinter der Royal Festival Hall eine Fressszene angesiedelt hat, die Borough Market Konkurrenz macht. Angeblich ist die Brick Lane am Wochenende das Epizentrum für Foodies, dazu reichte uns aber die Zeit nicht. 
Ein Wiedersehen mit Mel und Danny mit denen ich vor 20 Jahren ein Café in London hatte.
Natürlich wurde auch zuhause gekocht - dieses Mal hatten wir die ganze Wohnung einer verreisten Freundin für uns alleine, und für einen Besuch im Lieblings-Gastropub war auch Zeit. 
Übrigens scheinen Cannoli hier jetzt in Mode zu sein und langsam die Macarons zu verdrängen, die ihrerseits die Cupcakes verdrängt haben...Öfter mal was Neues...
Jetzt gibt's erst mal ein paar Bilder.
As you can see, I was in London. Meeting, greeting, eating.
Reunion with Mel and Danny from WKD.
Wonderful place to stay (thanks, dear E.)
Spring.
Home from home.
Friends and grandchildren.
Fabulous.
Hier meine altmodischen Macarons, die ich zuhause gebacken und nach London mitgebracht habe - fast unbeschädigt. Rezept usw. später
***
Some of my old-fashioned macarons which I made at home and somehow managed to get, almost whole, to London.
Cannoli in the Café in Highgate Village....and in the Southbank Food Paradise
 Chris kitch in Muswell Hill - check the hipster drinking glasses!
 Zimmer mit Außenbad *** Rooms with outside bathroom on Hazelville Rd.N19
 The Magnolia tree in Kenwood - Hampstead Heath
 Es gibt ihn noch, den Milchmann *** The pint on the doorstep hasn't quite died out yet
Kaffeestand an der U-Bahn***Coffee stall outside Kentish Town station
 Waterlow Park
Ohne Fish'n'chips geht garnix***The traditional fish meal at the Lord Palmerston (soon to change landlord, who knows what it will be like...)
Blick vom Balkon "unserer" Wohnung***View from E.'s balcony
eines der vielen Enkelkinder***one of the grandchildren...
Free cash! Absolutely fabulous.
The Windy Café, Whitstable
 Roof Garden, South Bank
 
 Food impressions from the South Bank
Abenteuer mit Freunden***Adventures with friends

Monday, 6 April 2015

Was vom Frühstück übrig blieb

April, April!  *****  April foolery
Osterspaziergang **** Easter Walk
Dieses Ostern war weder Zeit für Lamm noch für bemalte Eier. Aber nach einer unerwartet verstörenden Woche  fanden wir uns dann doch noch zum schönen Osterfrühstück "con tutte", inklusive Quotenmann, zusammen.
Statt Osterfladen zu backen, machte ich am nächsten Tag einen der schönsten Rumfort-Kuchen den die englische Küche (und bitte Schluss mit den meist uninformierten Vorurteilen zu dieser) zu bieten hat: Bread and Butter Pudding. Hier kann man alles weißbrotartige, was vom Frühstück übrig geblieben ist und nicht mehr taufrisch ist, verwerten: ein Croissant, ein Stück Mandelzopf, eine Rosinensemmel, oder auch das Kastenweißbrot, das sonst die Hühner kriegen.
Der Pudding ist eigentlich ein Soufflée, denn er geht im Ofen wunderbar auf, und die Grundzutaten sind:
Butter, mit der (oder bei uns: dem) die Form sehr großzügig ausgestrichen, man könnte fast sagen ausgelegt, wird
Weißbrot, klein geschnitten, in die gebutterte Form schichten
Genug Eier-Milch-Sahnemischung anrühren, mit der der Brotberg gut bedeckt wird
Wer mag, kann zwischen die Brotschichten Rosinen, Cranberries, Blaubeeren streuen, was eben da ist. Ich hatte noch Berberitzen. Rein damit.
Dazu kann man etwas zum Versüßen drüberstreichen - ich habe meinen bewährten Orangensirup genommen, samt kandierten Schalen.
Im auf 180° erhitzten Backofen backen, bis der "Pudding" leicht braun wird und schön aufgegangen ist.
Muss man unbedingt lauwarm essen, wenn der Pudding noch schön fluffig ist. Übrigens fiel mir gerade ein, dass ich diesen himmlischen Kuchen (in England wird der ja auch mal als Nachspeise gereicht...) schon mal gemacht habe.

This Easter, no-one had any head space for painted easter eggs or to plan a roast lamb. But we did manage a family gathering over breakfast, including our token man, which was lovely and festive.
Since baking had been out of the question, too, I rustled up a delicious bread and butter pudding from the leftovers of our breakfast - one of the wonderful recycling classics the English cuisine has to offer (and no more sniggers about "English cuisine" being an oxymoron, please - I will defend English cooking to my last breath!).
What you need is:
Butter to line the dish - generously!
Left-over croissants/hot cross buns/ chollah bread/ scones etc. that have gone a bit stale, cut into slices.
Raisins, cranberries, candied peel - whatever you find in your cupboards - to sprinkle between the layers of bread
A milk-single cream -egg mixture that will cover the bread mountain, amply.
Bake at 180° in your oven, until it browns and fluffs up soufflée style
I find it too heavy to eat as a dessert, so we had it - still warm - with our afternoon tea.
Oh and I just remembered that I have made and posted this pudding before.

Und hier noch ein paar Fotos aus Pilsen *** Some more pictures from my trip to Pilsen here!

Saturday, 4 April 2015

Neues aus Bayern und Böhmen

 Womit soll ich anfangen? Mit dem Halt auf freier Strecke auf dem Heimweg nach Pilsen, durch den sich meine Heimreise von den normalen 3 1/2 Stunden auf 10 Stunden ausdehnte. Mit dem wunderbar altmodischen Hotel, in dem ich mit Freundin D. übernachtete? Der tollen Bar, wo wir böhmischen Sekt tranken und im angeschlossenen Festsaal Fred Wesley und die J.B.s sahen, und mit den Pilsenern mal wieder richtig beim Tanzen schwitzten? Mit den schönen Häusern, die wir wie besessen fotografierten? Den häuslichen Hiobsbotschaften, die meine Schwester mir ersparte, bis ich daheim angekommen war? Den Sturm haben ja alle reichlich selbst mitgekriegt, vor meinem Haus lagen zwei alte Bäume, die er umgeblasen hat. Gestern abend schien jedenfalls die Sonne...
 How do I start? with the train that was stopped by a fallen tree, and the subsequent storm drama that turned a  3 1/2hour train journey into an epic all-nighter? With the wonderfully olde worlde hotel we stayed at in Pilsen? the art nouveau bar where we drunk Bohemian bubbly and afterwards watched the JB's with Fred Wesley and danced the night early evening away with the locals? The gorgeous old houses, the famously impressive Synagogue, the famously delicious Pilsen beer...The assorted bad news that greeted me on my return? The trees that fell during Tuesday night on my road? It's all over now, and last night the sun shone.
 Wieder zuhause,  reichte es gerade mal dazu, zu Ostern schnelle Rogalach und Quarktäschlein zu backen. Gerade angekommen, knetete ich den bewährten Blätterteig aus gleichen Teilen Quark-Butter und Mehl zusammen. Über Nacht ruhte er im Kühlschrank. Gestern rollte ich den Teig aus, schnitt ihn roh in Quadrate und füllte diese mit einer (superköstlichen) Frischkäse-Orangensirupmischung. Nach kurzem Abkühlen die Teilchen mit einer Puderzucker-Zitronenglasur bepinseln. Und zum Osterfrühstück mit dem wieder auferstandenen Mütterlein mitbringen.
 Back home, I barely had time to throw together some Rogalach and little puff pastries. I quickly made a batch of the tried and tested puff pastry - equal parts quark (or ricotta), butter and plain flour - and left it in the refrigerator over night. Next day, roll out the dough, cut it into squares, spread some of my special cream cheese and marmalade mix on the squares and roll them up into any old shape - it all tastes divine. We had them with our Easter brunch at Mum's, who has just come out of hospital after her latest brush with death's door.
Vom Essen in Pilsen, übrigens, da gibt's nicht viel zu erzählen. Entweder hatten wir Pech, oder die böhmische Küche kocht heutzutage auch nur noch mit Wasser. Es genügt zu sagen, dass unser bestes Abendessen im türkischen Schnellimbiss "Kebabistan" stattfand, wo wir köstliche Böreks mit Halloumi, riesige Salate und Falafel bekamen. Hier ein paar von den hunderten Fotos, die ich in Pilsen gemacht habe, später vielleicht mehr..
****
By the way, the food we found in Pilsen was nothing to write home about. Either we failed to find the proper Bohemian cuisine, or it's gone downhill. The best dinner me and my vegetarian friend had there was in a Turkish fastfood joint called "Kebabistan", with delicious halloumi-stuffed böreks, huge salads and falafels.
here are some of the zillion pictures I took. Might show more later.

Friday, 3 April 2015

Ach ja, Ostern

Ich war weg, kam zurück zu besorgniserregenden Nachrichten, bin wieder aufgetaucht und bald wird wieder gekocht
FROHE SONNIGE OSTEREIERTAGE!
I have been away, came back to some worrying news, now i have surfaced again and will be cooking very soon
 HAPPY EASTER EGGS!

Friday, 27 March 2015

Gelb und gesund!

Petra von Chili und Ciabatta hat sich ihre Inspiration für dieses Fischcurry beim Schubeck Alois geholt, ich hingegen freute mich, es auf ihrem Blog zu finden und kochte es heute nach. Mit den üblichen notwendigen Anpassungen.
Es schmeckt wunderbar - gleichzeitig einfach und raffiniert. Finde ich. Und ist gleichzeitig auch schön bunt.
Bei mir waren die Zutaten (für zwei):
1 Zwiebel
1 mittlelgroße Zucchini
1 Karotte
ca. 10cm dicke Lauchstange
300g Kabeljau
1/2 kleine Dose Kokosmilch
Kreuzkümmel, Chiliflocken, Garam Masala, Kurkuma, Currypulver  (notfalls geht auch nur Currypulver, oder Currypaste), daumengroßes Stück Ingwer
Zitrone
Grünzeug (ideal: Koriander, sonst Petersilie, ich hatte nur Kerbel).
***
Zuerst habe ich den leicht zerstoßenen Kreuzkümmel in der trockenen Pfanne angeröstet, dann einen kräftigen Schuss Olivenöl rein. Die kleingewürfelten Gemüsestücke ins heiße Öl, Hitze etwas runterschalten, je einen TL der Currygewürze reinrühren, köcheln lassen bis die Karotten al dente sind. Den Ingwer mit einer feinen Reibe hineinreiben.
Jetzt den in Würfel geschnittenen, mit Zitrone beträufelten Fisch zum Gemüse geben und garen.
Zum Schluss die Kokosmilch unterrühren, kurz mitkochen lassen.
Mit Grünzeug garnieren.
Schmeckt himmlisch, mit oder ohne Reis.
**********************************************************************************
Making a fish curry is not that unusual in England, and the spices are readily available even in the smallest villages. This one is really easy to make (I don't do complicated)
For two happy eaters, you need
one onion
one courgette
one carrot
four inches of a leek
300g cod or similar firm white fish (use monkfish, if you feel flush!)
Half a small tin of coconut milk
**
Sauté some crushed cumin in a dry pan
Add a good shot of olive oil
Chuck the diced vegetables into the hot oil
Add a sprinkle of chili flakes, 2 tbsp of curry paste/ or curry powder, a pinch of garam masala and of turmeric, and grate half an inch of fresh ginger into the pan.
Leave it all to simmer until the carrot is softened.
Now add the diced fish which you sprinkled with lemon juice.
Allow the fish to cook for five minutes or so, then stir in the coconut milk.
Garnish with fresh coriander.
Tastes heavenly, with or without rice.

Thursday, 26 March 2015

Für die 150...und die vielen anderen

Emily Dickinson (1830–86)
1924





There came a Wind like a Bugle -
It quivered through the Grass
And a Green Chill upon the Heat
So ominous did pass
We barred the Window and the Doors
As from an Emerald Ghost -
The Doom’s electric Moccasin
That very instant passed -
On a strange Mob of planting Trees
And Fences fled away
And Rivers where the Houses ran
The Living looked that Day -
The Bell within the steeple wild
The flying tiding whirled -
How much can come
And much can go,
And yet abide the World!
        5
 German Translation by Gertrud Liepe

Ein Wind kam auf wie ein Trompetenstoß -
Es bebte über das Gras
Und eine grünfröstelnde Hitze
Strich drohend vorüber – so dass
Wir Fenster und Türen verschlossen
Vor dem grünlichen Gespenst -
Des Todes elektrische Sandalen
Sie glitten plötzlich vorbei -
An einem Gehudel zitternder Bäume
Und Zäune flohen dabei
Und Fluten, in denen Häuser rannten
Die staunten, die jenen Tag erlebten -
Die Glocke im Kirchturm wild
Berichtet die fliegende Botschaft -
So viel kann kommen
So viel kann gehen,
Und doch bleibt die Welt!
  

Tuesday, 24 March 2015

Schneckenbäckerin am blauen Wasser

Am Wochenende verschlug es mich, dank des alljährlichen Treffens mit den Ex-Kolleginnen aus der Foodpresse, mal wieder jenseits der bayrischen Grenzen. Waaaahnsinnig weit weg, bis hinter Ulm, an ein wunderschönes türkisblaues Gewässer namens Blautopf in dem reizenden Städtchen Blaubeuren. Es ist berühmt auch für die darunter liegenden Höhlen, die sich angeblich von Schwaben bis zum Schwarzen Meer ausbreiten. 
Blaubeuren ist süß. Zu unserer Überraschung gab es dort einen winzigen italienischen Laden mit großartigen Kaffee und selbstgebackenem Birnen-Ricottakuchen. Was will man mehr, vor allem bei garnicht frühlingshaften Temperaturen, wenn es unendlich viel zu ratschen gibt?    

Last weekend I finally managed to get out of Bavaria again, to meet up with my ex-colleagues from the food magazine we all used to work for. This time we met in a charming old-fashioned little town called Blaubeuren, famous for its turquoise-blue millpond and the caves that stretch along beneath the river Danube. Luckily, as the weather was pretty parky and we had quite a lot to talk about, the town also has a very good Italian deli with excellent coffee and a home-made ricotta and pear tarte.           
Wieder zuhause, setzte ich meine erfolgreiche Hefeteigbackphase mit diesen äußerst gelungenen Schnecken fort.
  Den Hefeteig improvisierte ich aus verschiedenen Rezepten:
50g Butter in einem Topf zerlassen, 1/4l Milch und 20g frische Hefe, dazugeben, handwarm erwärmen

400g Mehl, eine Prise Salz und 60g Zucker in die warme Milch-Hefemischung rühren, mit einem Kochlöffel schlagen (oder mit dem Knethaken der Küchenmaschine), bis der der Teig sich vom Schüsselrand löst. Den Klumpen Teig mit einem Küchentuch zudecken, 30 Minuten – 1Stunde gehen lassen
Ich habe eine Füllung aus gehackten Walnüssen, von denen ich immer noch einen guten Vorrat habe, Nutella und einem Hauch Zimt gemischt.

Den Teig zu einem großen Viereck ausrollen. Mit einem Spatel (oder Gummihund, ihr Österreicherinnen) die Füllung auf dem Teig verteilen und das Ganze zu einer dicken Wurst rollen. Davon Scheiben abschneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Im auf 180° vorgeheizten Ofen ca. 20 Minuten backen. Aufpassen! 

Im letzten Moment fiel mir ein, dass Schnecken ja gewöhnlich mit Zuckerguss verkauft werden. Dieser [Zitrone und Puderzucker] stellte sich als Tüpfelchen auf dem i heraus.
Sie schmeckten übrigens sogar dem Mütterlein!

Back home, I continued on my dizzyingly successful roll of baking with yeast. I made these very tasty buns, filled with nutella and walnuts. We call them "snails" in Germany - I wonder why you English people haven't seen the similarity?
I improvised the dough from different recipes, like this:
Melt 50g butter in in a large saucepan with 1/4l of milk and 20g fresh yeast (or 7g dried yeast - I learned this from Daniel Etheridge at ) and warm it to about body temperature.

Mix 400g flour with a pinch of salt and 60g sugar and stir it into the warm milk-yeast mix.
Beat the dough with a wooden spoon (or use your Kitchenaid if you must) until the dough starts leaving the sides of the pan
Cove the dough with a warm kitchen towel and leave to rise for 30 minutes to an hour, until it's about doubled its size.
Meanwhile, I preheated the oven to 180° and prepared a filling of chopped walnuts and nutella, with a hint of cinnamon.
Give the dough a good knead with your hands and roll it out into a large rectangle.
Spread the filling over the whole area and then roll it into a thick sausage. Cut about two inch pieces off and sit them on baking paper on a baking tray.

Bake for about 20 minutes - but watch your snails!
At the last minute, I remembered the final touch - a lemon and icing sugar icing. 
Even my Mummy liked them!
Die Wälder in der Schwäbischen Alb schienen mir voller wild wachsender, wunderbar grüner Helleboren zu sein
***** 
The woods appeared to be covered with wild hellebores

Friday, 20 March 2015

Keine Bange vorm Bagel backen!


Die letzte Vorfrühlingswoche war keine Wonne, sondern eine Woche von Drama und Hinfallen - mit aufgeschürften Knien wie in der Kindheit (aber die Wollstrumpfhose hatte keinen Kratzer - deutsche Wertarbeit eben); ungefähr gleichzeitig holte sich meine Freundin J. eine Gehirnerschütterung bei der unsanften Begegnung mit dem Trottoir.
Und auch sonst gab es einiges zum Nachdenken in der Familie, und im Freundeskreis.


Gekocht habe ich daher nur so nebenbei. Bis gestern, als mich die Lust überfiel auf das Projekt Bagel, angeregt von Freundin Cesca in Berlin, der sie anscheinend auf Anhieb so gut gelangen, dass sie jetzt mit der Idee spielt, einen Food Truck zu be-bageln.



 


Darf ich gleich mal vorausschicken, dass meine ersten Bagels eher so-so geworden sind. Bevor ich sie ins Kochwasser legte, sahen sie noch so aus, wie man sich Bagels vorstellt: rund, glatt, aufgeplustert. Aber nach ihrem Sodabad waren sie etwas schrumplig geworden, statt jugendfrisch sahen sie eher spätmittelalterlich aus.


Aber sie sind essbar. Gut essbar sogar. Und ich werde weiter üben, bis ich sie so hinkriege, wie ich sie aus der Ridley Road Bagel Bakery in Hackney in Erinnerung habe. Denn ich mag sie, diese gelöcherten Semmeln, die es bei uns trotz der deutschen Brotvielfalt nicht gibt? Und warum? Weil die jüdische Esskultur, in London überall lebendig, aus dem deutschen Alltag leider größtenteils verschwunden ist. Also: retten wir den Bagel. Und die Hamantaschen, die Rogalach oder das Chollah-Brot, die nur noch die leidenschaftlichen BäckerInnen kennen.


Dieser hier war der Echteste   ***   This one was the most authentic looking one

Ich orientierte mich an zwei Rezepten: dieses hier von Claudia Roden und ein sehr ermutigendes von der Kaltmamsell.

Ein 7g -Päckchen Trockenhefe (ich:20g frische Hefe) mit 300ml lauwarmem Wasser, 2 große Löffel braunem Zucker und einem Löffel Öl vermischen. Mix 500g Mehl deiner Wahl mit 1TL Salz mischen und mit der Hefemischung zu einem Teig vermischen

Den Teig auf die Arbeitsfläche geben und richtig gut durchkneten, bis er glatt und elastisch ist. In einer zugedeckten Schüssel..warmer Ort...usw. eine Stunde stehen lassen, bis er ungefähr doppelt so groß aufgegangen ist.

Wieder durchkneten und ca. 10 Kugeln formen - am besten abwiegen, damit sie gleich groß werden.
Mit dem bemehlten Finger oder einem Kochlöffelstiel ein großes Loch in die Kugeln machen (meine waren zu klein), und auf zwei mit Papier ausgelegten Backbleche legen. 
Mit einem Küchentuch bedecken und nochmal eine halbe Stunde gehen lassen. Backofen auf 180C vorheizen. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen und einen TL Natron reingeben - das gibt den Bagels ihren typisch gummiartigen Finish.

1-2 Bagels im Wasser 1-2 Minuten ziehen lassen, immer wieder umdrehen. Dann mit einem Schaumlöffel rausholen und aufs Backblech legen. Mit Eiweiß bürsten wenn man Mohn oder Sesamsamen draufgeben will.

Etwa 20-25 minunten backen, bis sie hellbraun sind. Abkühlen lassen, dann kann man sie auch sehr gut einfrieren.


************************************   ********************************************

I had a bit of an accident-prone week with bloodied knees, and a lot of serious things to think about. So the cooking side of life was perfunctory, to say the least.

But my friend Cesca had infected me with the bagel bug - she made some for the first time and they came out so well that she is thinking of baking them for a food truck. So I threw myself into the production.



 
I used this recipe from Claudia Roden as a basis: 
Mix a 7g sachet fast-action dried yeast (or 20g fresh yeast) with 300ml lukewarm water and 2 tbsp light brown sugar in a large bowl. Mix 500g strong white flour with 1tsp salt and pour it over the yeasty liquid; mix into a rough dough.

Tip the dough out onto the work surface and knead it until it is smooth and elastic, then put it in a lightly oiled bowl and cover with a tea towel. Place in a warm area and Leave to stand somewhere warm until it doubles in size, about 1 hr, then uncover and tip onto your work surface.

Divide the dough into 10 portions and form into balls – I like to weigh them to make sure that they’re all the same size. Line up on 2 parchment-lined baking trays and cover the balls, leave for around 30 mins or until risen and puffy

Use a floured finger to make a hole in the centre of each bagel, swirling it around to stretch the dough a little, but being careful not to knock out too much air. Heat oven to 180C/160C fan/gas 4.

Bring water in a large saucepan to the boil, add 1tbsp bicarbonate of soda - this  contributes to the ‘shine’ and ‘chew’ of the finished bagel crust.

Place 1-2 of the bagels in the water at a time and boil for 1 min (2 mins if you want a chewier bagel), turning over halfway through.  Lift the bagels out with a slotted spoon, drain well and place back on the baking tray.

Brush the bagels with some egg white and sprinkle them with your chosen seeds, if you like. 
Bake for 20-25 mins or until golden brown. Transfer to a wire rack to cool before eating. They will keep for 3-4 days, or freeze for 2 months
They didn't quite come out the way I first ate them from the Ridley Road Bagel Bakery in Hackney. They looked great until I boiled them, after that they wrinkled up like we do when we've been in a hot bath too long. But they tasted quite bagel-like.