Thursday, 25 May 2017

Das Leibgericht des Commissario Montalbano

Meine Erbsen heute - zehn Tage danach   ***  My peas today, after ten days
Pasta mit Brokkoli - das ist für den Fanclub von Commissario Montalbano nichts Neues, da es ja eines seiner Lieblingsgerichte ist. Aber schöner als Rachel Roddy, deren Blog ich seit langem mit großem Vergnügen lese, kann man dieses Rezept nicht beschreiben. Sie schreibt seit einiger Zeit auch im Guardian über ihre römische Küche; ihre Rezepte sind einfach und von der Liebe zu den Produkten ihrer zweiten Heimat durchdrungen.
Ich habe ihr Rezept für broccoli ripassati - zweimal gekocht - für mich angepasst:
Einen Kopf Brokkoli oder Romanesco zerteilen und in reichlich Salzwasser bissfest kochen,
In einer Pfanne gutes Olivenöl wärmen, eine große Knoblauchzehe zerdrücken und mit einer Prise Chiliflocken anschwitzen. Es könnten ein paar Sardellen daruntergezogen werden.
Die Brokkoliröschen mit einem Schaumlöffel in die Pfanne legen, da darf ruhig etwas Wasser mitgehen
Im Brokkoliwasser die Nudeln kochen, z.B. Penne, Casarecce, Fusilli oder orecchiette - ca. 70g pro Person (mehr für Vielesser)
Die Nudeln ebenfalls in die Pfanne löffeln, gern auch mit etwas Kochwasser
Alles gut durchmischen und erhitzen, Käse nach Wahl drübergeben, Rachel nimmt Ricotta (ich hatte Ziegenfrischkäse).
Dazu könnte man auch noch Salsicce, Spiegelei oder, wie bei uns, eingelegte Paprika essen.
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Fans of il commissario Montalbana have known about this for a long time. Rachel Roddy, whose column in the Guardian I like to follow for the detailed sense of place in her kitchen in Rome, posted this detailed recipe for pasta and broccoli ripassati (twice-cooked).
I served it with my usual marinated red pepper. It's fast food, and it's delicious.
Letztes Wochenende gab es übrignes im Magazin der Süddeutschen Zeitung eine wunderschöne Geschichte über einen syrischen Jugendlichen, Mohammad Quteish, der sich seine zerstörte Heimatstadt Aleppo mit Papier, Klebstoff und Farben wieder neu und besser erbaut hat. Nach solchen guten Visionen verzehrt man sich als Gegengift zu den täglichen Horrornachrichten. Ich wünsche dem Jungen, dass ihm jemand ein Architekturstudium ermöglicht und er so seine Visionen umsetzen kann. Aber vielleicht kommt es ja darauf gar nicht an. (Foto: SZ Magazin)
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German daily Süddeutsche Zeitung published this story about a young Syrian who rebuilt his destroyed home city of Aleppo with paper, scissors and glue. A true antidote to the usual media horror stories!

Saturday, 20 May 2017

Bunt ist es draußen, und bunt drinnen

 
Der Mai ist einfach zu schön, dieses psychedelische Grün ringsum, die vielen Blumen, der Himmel. Hier sind wir wieder einmal samstags auf dem Heimweg vom Bäcker
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May is simply too beautiful: all that psychedelic green, the myriad flowers, the sky. Here, once again, walking back from the baker's of a Saturday morning
Ein schlichtes Festessen:
 Grüner Spargel, mit wenig Wasser im eigenen Saft gegart
Pellkartoffeln, kurz mit Olivenöl im Ofen gebacken
Eine Paprika, die bei uns fast zur Grundausstattung gehört
Sie kommt in den heißen  Ofen, bis die Haut rundum schwarz angekokelt ist, dann wird sie kurz in eine Plastiktüte veschlossen. Danach kann man die Haut leicht abziehen.
Sie wird in Streifen geschnitten, gesalzen, gepfeffert und in Olivenöl, Granatapfelsirup und Zitronensaft mariniert.
 

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A simple feast:
Asparagus slow-cooked in their own juice with just a tiny bit of water
Boiled potatoes, briefly baked in the hot oven with some olive oil drizzled over them
A red pepper - staple food in our home.
Leave the pepper in the hot oven until almost black, then seal it in a plastic bag. After a couple of minutes it's quite easy to pull the skin off. Cut it into strips and marinate in lemon, pomegranate molasses and olive oil, salt and pepper. 








Und wie die Erbsen geschossen sind am sechsten Tag 
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And see how the peas have shot by day 6

Thursday, 18 May 2017

Erbsengaudi


Die wochenlange Leidenszeit scheint ihrem dem Ende zuzugehen (cross fingers! knock on wood! fast hätte ich knock on food geschrieben). Letzte Nacht erstmals ohne Schmerztabletten voll durchgeschlafen!
Als überzeugte Hypochonderin habe ich meine Versichertenkarte bis zum Maximum genutzt und bin jetzt von oben bis unten sowie seitlich und schräg durchgecheckt. Nicht viel zu finden. Vielleicht hat auch ein bisschen Magie aus Portugal geholfen...
Langsam lässt der Schmerz nach ("wegen guter Führung", wie Brizanne vorschlug) und das vor allem, wenn ich zu Fuß unterwegs bin.
Neulich war ich also in München, ein Spaziergang durch die Stadt. Die Sonne schien, meine Freundin Bine und ich saßen vor dem Stadtcafé, schauten über den Viktualienmarkt, am Gärtnerplatz kaufte ich vor lauter Euphorie aus Versehen fast eine Sonnenbrille für 300 Euro.
Bine half mir, diesen Wahnsinn zumindest nochmal zu überdenken. Lieber gingen wir noch ins Badercafé.





Wir besuchten auch das Eataly, und ich kann nur immer wiederholen, wie toll dieser Laden für Gemüse ist! Wenn in München, dann nix wie hin. Wo kriegt man sonst ein Dutzend Zucchiniblüten für 1.50?  Frische Erbsen, Agretti, fette Artischocken, 80c das Stück... Bine, die in Italien lebt, bestätigt dass der Laden eine echte kleine italienische Enklave in München ist.




Richtige Erbsen! die sind bei uns auf dem Land fast gänzlich dem Mais gewichen
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Real peas! Can't find them for love or money out here, it's all maize on the fields







Ich machte die eine vereinfachte Version der Fish Pie: Eine Stange Lauch in einer ofenfesten Pfanne mit gutem Öl anbräunen und weich dämpfen. Zwei oder frisch aufgetaute Fischfilets deiner Wahl drauflegen, und mit Kartoffelpüree (mit Baharat gewürzt) bedecken. Bergkäse/Gouda/Cheddar drüber reiben und ab in den Ofen für etwas eine halbe Stunde.

Dazu erfand ich blitzschnell dazu einen grünen Dip: eine Handvoll Erbsen mit einer Avocado, Salz, Zitronensaft und Olivenöl zu Mus mixen - fertig und superfein.


My painful weeks seem to be coming to an end, without ever finding out exactly where that pain came from exactly. But as a true hypchondriac I had everything checked by all means available, maxing out my health insurance card, and it turns out there is nothing much wrong with me.
Walking and yoga were the magical healers, sleeping was hell. But last night I slept for the first time in weeks for 8 hours, blissfully without the help of ibu/aspirin &co.

The other day I finally made it to Munich for a little stroll around town with my friend Bine, visiting from Italy (for those of you who know her: she got married!)

We sat around in cafés, visited several markets and a shoe shop and passed through Eataly, my favourite place for fresh and reasonably priced vegetables (courgette flowers, a dozen for €1.50, anyone?)
They also has fresh peas, not so easy to find around here.
I bought the peas, I made a fish pie and I mashed the remaining peas with an avocade, salt, lemon juice and olive oil into a sort of mushy pea-guacamole hybrid. Extremely delicious.
 Die Erbsen, die schon Sprossen hatten, pflanzte ich schnell in einen Topf. nach wenigen Tagen kamen die Erbsenpflänzchen an die Oberfläche!
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All the peas that had started sprouting I planted in a pot on the terrace - after a couple of days the shoots started appearing.

Thursday, 11 May 2017

Fade Nocken und Trümmer Knödel


Anmerkung: 20.157 Amerikaner und 1675 Russen haben heute scheinbar meinen Blog angeschaut. Sind die alle so scharf auf Knödel? Kann sein, denn als ich neulich mal den Hintertupfer Bene gegoogelt habe, bin ich auf einer russischen Seite fündig geworden.

Ja, der Polt, jetzt sogar der Große Polt! Da hat er sich mit seinen Konversationslexikon einen schönen Scherz geleistet. Unwiderstehlich ist er - was kann man an jemand nicht mögen, der "Versöderung" in seinem Lexikon aufnimmt? Er liebt ja, genau wie ich, die Wahlverwandtschaft zwischen der bayrischen und der englischen Sprache. Und er liebt Knödel. Aber noch mehr liebt er den "dumpling", weil der das Wesen des Knödels so genau beschreibt. Und die Krönung ist dann "a Mordstrumm dumpling". Nie mehr werde ich einen Kartoffelknödel anschauen, ohne ihn als Mords-Trumm (sehr großen) dumpling zu sehen.


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I am still suffering from this attack of lumbago sciatica slipped disc, ah, nobody knows what the hell got me. It's okay while you walk but the devil at nighttime.
But nothing will keep me out of the kitchen. One of the  dishes I made this week are these quark dumplings, accompanied by a simple tomato sauce:


Quarter an onion, put it in a saucepan with a good piece of butter (to taste, as they say), a tin of tomatoes or passata, a string of tomato puree and herbs-u-like - salt and pepper also to taste. No garlic!
Simmer for at least half an hour, more if you like.
I usually make a lot and preserve a couple of jam jars of it: wash lid and jar with very hot water, pour in the sauce and stand the jar on its head until cooled down. Keeps for about a week (tested), possibly longer.


Während dieser meiner Leidenszeit als Opfer von Hexenschuss  Ischias Bandscheibenvorfall alles Blödsinn, keiner weiß was - die leider immer noch nicht beendet ist - kann ich jetzt wieder ganz gut kochen, denn Stehen und Gehen, vor allem Spazierengehen, fällt mir leichter als Sitzen und ...oh Gott, Liegen... die Nächte... Schmerzenslager...
Tabletten scheinen auch nicht wirklich zu helfen. Aber Hunger habe ich ständig, wie pervers ist das eigentlich? Wenn ich mitten in der Nacht wachliege, denke ich an die nächste Mahlzeit, die ich kochen werde. Mei, wenn sonst nix geht?

Jedenfalls, dumplings. Mein Quarkkochbuch hat ein sehr schönes Rezept für überbackene Käsenocken, und das habe ich bildgetreu nachgekocht, so wie auch schon vor fünf Jahren, diesmal mit Bärlauch garniert und mit hauchdünn geschnittenen Zucchini serviert.
Dazu die genial einfache Tomatensoße von Marcella Hazan: eine große Zwiebel vierteln, dazu eine Dose Passata oder Pelati, Tomatenmark, Salz, und ein Stück Butter (ca. 50g für eine Dose).

Ich koche immer eine größere Menge, nehme also eine große Dose Tomaten. In heiß ausgespülte Marmeladengläser abgefüllt hält sie sich mindestens eine Woche - das habe ich getestet.

 Am Wochenend wagte ich mich ins Auto und wir fuhren nach Bad Feilnbach. Über der Sonnenbichlwiese erwischte ich im Wald noch den letzten Bärlauch, bevor jetzt alles zu Blühen anfängt. Ein knoblauchduftendes Paradies.
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Last weekend I dared myself to drive and we went to Mum's "resting place" which is overlooked by a large wood full of wild garlic. I just caught the last leaves in this garlic paradise, before everything now becomes swamped in flowers.

Friday, 5 May 2017

Aufwärts!

 
Es gibt auch Amüsantes im Unangenehmen - zum Beispiel die erstaunlichen Fakten, dass momentan 900 Venezolaner pro Woche meinen Blog lesen und dass ich viel Zeit hatte, mich mit meinem neuen iPhone zu befreunden. Ich ergötze mich an all meinen Lieblingsblogs, an Freudenschauern und Kleinen Freuden, am Salzkorn, Indian Flavours, chili und ciabatta sowie chocolate and zucchini, der Poesie von Quer - und allem dazwischen. Dazu Luisas wunderbares Portugal...
Die letzten Tage bin ich schon wieder in der Küche herumgewurschtelt, stehen geht irgendwie besser als sitzen. Kleine Spaziergänge Wird schon. Solange ich was kochen kann und mir sogar ein Hefeteig gelingt (nach der Physiotherapie, die mir zu Dehnübungen riet), ist nicht alles verloren.
Hier ist mein kleines Bilderbuch einer Genesung.
Gentle walks, hours spent getting to know my new iPhone, stretching exercises with yeasty dough in the kitchen: My getting well diary.
wo nicht viel Aufregendes passiert, dient alles zur Unterhaltung: Gleisreparatur in Grafing
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Where nothing much ever happens, everything becomes entertainment: rail tracks being repaired in my little town
Sturmwolken und Schneegebirge - Stormy weather, snowy mountains
Es wird wieder gebacken: Brioches *** Baking is occurring, with brioches
Trost im Essen #1: Sheperd's Pie mit Hackfleisch-Tomatensoße und Kartoffelbrei überbacken. Sie trägt übrigens auch den feinen französischen Namen Hachis Parmentier, einen deutschen gibt es es dafür wohl nicht.
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Days of comfort food, #1: Sheperd's pie
#2: Tartiflette mit Spargel/ with white asparagus

Als Nachspeise: ich hatte Windbeutel eingefroren, gefüllt mit Maronencreme-Schlagsahne. Heilt fast alles.
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I had choux pastries in the freezer, which we filled with a marrons glacés paste mixed with whipped cream. A cure for almost everything.

Tuesday, 2 May 2017

Pech, oder: tough shit...


Da wollte ich diese Woche sein.
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This is where I planned to be this week












Ich bin aber nicht dort.

Statt Lufthansl to London jetzt seit 9 Tagen auf dem Sofa, liegend. Diagnose Lumbago - das ist ein hundsordinärer Hexenschuss. Und der tut richtig weh.
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Well, it was not to be. Are you familiar with the expression: Going to hell in a handcart?
My ninth day on and around the sofa today.  They said it was lumbago. It hurts. And it's taking its time, on the sofa.